Planer Kolonien

Die Anlage der "Planer"-Kolonien 1825-1842

 

1818/19 wanderten rund 500 Familien aus Westpreu├čen nach Neuru├čland, sollten anfangs im S├╝den des Molocnaer Mennonitenbezirks angesiedelt werden und erhielten schlie├člich 1823/24 einen Teil der urspr├╝nglich f├╝r die Krim-Griechen bestimmten Steppe.
 

Auf diesem sog. "Preu├čenplan" errichteten sie elf lutherische und sechs katholische D├Ârfer.

Lutherisch Nr. 1-11:

1. 1.Kirschwald
2. 2.Tiegenhof
3. 3.Rosengart
4. 4.Sch├Ânbaum
5. 5.Kronsdorf
6. 6.Grunau
7. 7.Rosenberg
8. 8.Wickerau
9. 9.Reichenberg
10. 10.Kampenau
11. 11.Mirau
12. 18.Ludwigstal Nr. 18, Karl-Liebknecht, Romanowka

Katholisch Nr. 12-17:

1. 12.Kaiserdorf
2. 13.G├Âttland
3. 14.Neuhof
4. 15.Eichwald
5. 16.Tiegenort
6. 17.Tiergart

Nur die arbeitsf├Ąhigen Familien erhielten Wirtschaften, die Alten und Schwachen wurden "Anwohner" oder Kleinh├Ąusler. Die Ansiedlungsdarlehen betrugen zwischen 300 und 450 R. ├ťber 2.000 D. wurden von der Regierung f├╝r eine Bezirkssch├Ąferei reserviert. Der "Preu├čenplan" wurde 1825-42 durch 100 Familien aus Baden und Hessen aufgef├╝llt. Die Rheinhessen, die sich 1841 in den Kolonien Marienfeld und Darmstadt niederlie├čen, mu├čten beim russischen Gesandten in Stuttgart ein Barverm├Âgen von 420 Florin hinterlegen, das ihnen nach ihrer Ankunft in S├╝dru├čland ausbezahlt wurde. Ihnen wurde nur eine Abgabenfreiheit von f├╝nf Jahren gew├Ąhrt.
Auf dem "Preu├čenplan" durften sich auch Umsiedler aus Jamburg (Gouvernement St. Petersburg) aus dem Chorticaer Mennonitenbezirk und aus den Altkolonien bei Belovezh im Gouvernement Cernigov ansiedeln. Dort hatte Katharina II. sechs deutsche Kolonien anlegen lassen, wo entsprechend dem damaligen Recht jede Familie 30 D. hatte erhalten sollen. 1798 stellte die Expedition jedoch fest, da├č ihnen zu wenig Land zugeteilt worden war. Schon 1820 fragte der Cernigover Zivilgouverneur an, ob nicht ein Teil der unter Landknappheit leidenden Kolonisten seines Gouvernements nach S├╝dru├čland weiterziehen d├╝rfe. Innenminister Kocubej stellte ihnen im Falle der Ansiedlung in Neuru├čland oder Bessarabien 60 D. pro Familie und eine f├╝nfj├Ąhrige Steuerfreiheit in Aussicht, nach deren Ablauf sie eine Grundsteuer in der H├Âhe der Kopfsteuer und des obrok der Staatsbauern zahlen und wie diese ihre Landespflichten erf├╝llen m├╝├čten. Die Auslagen f├╝r die Reise und Einrichtung sollten sie selbst tragen.
Der Regierende Senat beschlo├č jedoch, den 160 Familien je 30 D. an ihren damaligen Wohnorten zuzuweisen. Danach geschah lange Zeit nichts. Erst im Januar 1829 baten 209 Familien aus den Cernigover Kolonien erneut um die Erlaubnis, sich in Neuru├čland niederlassen zu d├╝rfen, da das Land in ihren Kolonien wiederum knapp geworden war: auf L198 m├Ąnnliche Personen entfielen nur noch 4.800 D. Mittlerweile hatte die Regierung den n├Ârdlichen Teil von der "Judensteppe" abgetrennt und f├╝r Kolonisten vorgesehen. Diese 13.000 D. besa├čen gerade die richtige Gr├Â├če f├╝r die 209 Beloveier Familien. Das F├╝rsorgekomitee erhielt den Auftrag, einen Beamten nach Belovesh zu schicken, der nur solche Kolonisten annehmen sollte, die das n├Âtige Geld, Vieh und Werkzeug vorweisen k├Ânnten. Ihr unbewegliches Gut sei den Zur├╝ckbleibenden als Schuld und den Umsiedlern als Guthaben anzurechnen. Eine Vorausabteilungsollte schon mit dem Bau von H├Ąusern beginnen. Obwohl der Vertreter des F├╝rsorgekomitees einige besonders arme Familien von dem Unternehmen ausschlo├č, konnten die inzwischen 212 Familien die n├Âtige Summe f├╝r Reise und Einrichtung nur aufbringen, indem sie sich zu 124 Hausgemeinschaften mit 1.047 Seelen zusammenschlossen.
Im Mai 1831 stimmte das Ministerkomitee der Umsiedlung zu.
Die Kolonisten erhielten 60 D. und f├╝nf Jahre Steuerfreiheit, neue Familien sollten nur noch 30 D. Land bekommen. F├╝r diese Neuregelung nahm sich das Ministerkomitee seine Entscheidung vom 14. Oktober 1830 zum Vorbild, mit der es den Landanteil der Balkansiedler in Bessarabien verringert hatte. Die ersten 60 Familien wurden In der Zeit von August bis Oktober, die ├╝brigen erst im n├Ąchsten Jahr auf die "Judensteppe" ├╝berf├╝hrt. Die insgesamt 78 lutherischen Familien wurden in drei, die 46 katholischen Familien in zwei Kolonien angesiedelt, denen die Siedler die Namen ihrer D├Ârfer aus der fr├╝heren Heimat gaben.

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